Kykladen / Argolischer & Saronischer Golf  -  Griechenland
vom 19.08. bis zum 04.09.2005

Die Bilder des Törns finden Sie am Ende des Berichts

Freitag, 19.08.05 Ankunft Lavrion
Um 09.30 Uhr sind wir endlich, nachdem Evi wieder einmal noch vergeblich ihren Kofferschlüssel gesucht hat, losgefahren und sind ohne Stau um 13.15 in Berlin am Flughafen angekommen. Nun begann das Warten: Wir konnten erst um 15.15 Uhr einchecken und hatten somit Zeit, das erste Urlaubspils zu trinken. Dann saßen wir endlich im Flugzeug – doch der Flugkapitän gab eine Startverzögerung von ca. einer Viertelstunde durch - also warteten wir wieder. Trotz der fast halbstündigen Startverzögerung landeten wir planmäßig um 21.15 Uhr in Athen. Um 22.15 fuhr der Bus nach Lavrion ab. Dort kamen wir gegen 23.00 Uhr an. Doch nun der Schock – kein Hotel in Lavrion – was tun? Ganz einfach, wir fahren mit dem Taxi nach Kap Sunion, da gibt es ja zwei Hotels. Wir machten uns also auf die Suche nach einem Taxi. Doch das war das nächste Problem – es gab hier um diese Uhrzeit kein Taxi mehr. In einer Bar sagte uns dann der Barkeeper, dass ab 23.00 Uhr keine Taxen mehr fahren. Auf diesen zweiten Schock gönnten wir uns erst mal einen Ouzo. Die anderen Gäste der Bar fanden dies so spaßig, dass wir mit unserem ganzen Sack und Pack ziemlich dumm da standen und gaben uns noch eine Runde Ouzo aus. Nun mussten wir erst einmal dringend etwas essen und fanden auch eine gute Taverne - es war mittlerweile ca. 01.00 Uhr. Anschließend blieb uns nichts anderes übrig, als im Hafen zu übernachten. Wenn man so etwas einmal gemacht hat, dann weiß man, wie sich Mittellose auf der Parkbank fühlen.

Samstag, 20.08.05 Einchecken
Nach einer schlaflosen Nacht, in der wir ca. 10 Hunde hätten adoptieren können, zogen wir um 07.30 mit unserem gesamten Gepäck los, um zu frühstücken . Da wir einigen Hunden in der Nacht etwas von unserem Proviant zu fressen gegeben hatten, folgten uns ein paar von ihnen. Das heißt wir kamen nicht zu sechst, sondern zu zehnt im Restaurant an. Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten, machten wir uns erneut auf den Weg zum Hafen – wir hofften das Schiff schon etwas früher zu bekommen. Gegen 10.00 Uhr wurde uns auch Hoffnung gemacht: "Das Schiff ist schon fast fertig, nur noch ca. eine Stunde" hieß es. Es wurde 11 – 12 – 13 – 14 – dann endlich um 15.00 Uhr begann die Einweisung und wir konnten auf das Schiff. Jetzt mussten wir allerdings noch Einkaufen und kochten uns ein leckeres Abendessen. Um 20.30 Uhr lagen wir müde in unseren Kojen und holten den Schlaf der letzten Nacht nach.

Sonntag, 21.08.05 Lavrion - Serifos
Der Tag begann um 07.30 Uhr, da wir einen weiten Trip vor uns hatten. Natürlich gehört zu einem schönen Tag - na was wohl? - ein ausgiebiges Frühstück zum Stärken. Das Kaffeewasser kochte - Rolf wollte es in den Filter füllen – da passierte es: Der Filter war kaputt und stand nur sehr wackelig auf der Kanne, kippte um, tränkte die Polster der Sitzgruppe und flutete den Küchenbereich mit heißem Wasser und Kaffeesud. Toll so beginnt der Urlaub ja richtig gut. Nachdem erst mal die Küche und die Polster, soweit wie möglich, gereinigt waren, ging es dann ohne Frühstück los – essen kann man ja schließlich auch unterwegs. Wir hatten so ca. Windstärke 5 – 6 und Wellen bis ca. 1 m. Es dauerte daher gar nicht lange, bis Heidruns Seekrankheit sich meldete. Sie schaffte es gerade noch auf die Leeseite des Schiffes – den Rest sparen wir uns an dieser Stelle, das es ja bereits im Törnbericht "Korfu 2003" ausgiebig beschrieben wurde. Segeltechnisch war es ein schöner sonniger und windiger Tag. Um ca. 18.00 Uhr legten wir in Serifos an. Das Anlegemanöver klappte auf Anhieb und nach einem super Abendessen gingen wir die Insel besichtigen.

Montag, 22.08.05 Serifos - Milos
Heute segelten wir nach Milos. Um 10.00 Uhr legten wir bei Windstärke 4 – 5 in Serifos ab und erreichten Milos ohne besondere Vorkommnisse gegen 16.00 Uhr. Dank 2 Pillen Vomex wurde Heidrun auch nicht wieder seekrank und überstand die Fahrt problemlos. Wir fanden einen schönen Liegeplatz an der Außenmole. Der einzige Nachteil war viel Schwellwasser der vorbeifahrenden Schiffe. Das Wasser sah so sauber aus, dass wir erst mal hinein sprangen und ausgiebig badeten. Am Abend schauten wir uns noch die wunderschöne Hafenmeile von Milos an und planten für den nächsten Tag eine Inselbesichtigung.

Dienstag, 23.08.05 Milos
Heute stand eine Besichtigung dieser tollen Insel auf unserem Programm. Wir mieteten uns 2 Motorroller und fuhren gegen 10.00 Uhr los. Als erstes fuhren wir in das Bergdörfchen Klima. Dort machten wir uns bei ca. 35° an den Aufstieg zum Kastro, einer Burgruine. Danach schauten wir uns ein altes Amphietheater an und dann ging es weiter zu alten Katakomben, in denen früher die Toten bestattet wurden. Dort war es angenehm kühl. Weiter ging es nach Firopotamos, einer superschönen Bucht mit tollen Badegrotten. Dann machten wir uns langsam auf den Rückweg, da wir ziemlich viel Sonne abbekommen hatten. Wir gaben die Roller zurück und aßen noch eine Kleinigkeit. Nachdem wir noch Hackfleisch und Gemüse für`s Abendessen eingekauft hatten, gingen wir wieder an Bord. Inzwischen hatte sich der Seegang ganz schön verschärft, das Schiff schaukelte fast mehr, als bei der Fahrt von Serifos nach Milos und wir (na ja, vor allem Heidrun) hatten doch einige Probleme über das Brett wieder an Bord zu kommen. Rolf und Uwe entschieden sich, das Schiff mit einer weiteren Mooringleine zu sichern. Daneben diskutierten wir, ob wir nun den für heute Nacht geplanten 70-Meilen-Trip nach Spetses planmäßig um 03.00 Uhr starten sollten, oder ob wir das Ablegen verschieben sollten. Die Frage erübrigte sich, da uns der Hafenmeister von der Außenmole zur Innenmole schickte - der Wind wäre zu stark und es wäre zu gefährlich dort liegen zu bleiben. Also legten wir uns mit einem anderen griechischen Segelboot ins Päckchen und beobachteten dann, die Anlegemanöver der anderen Schiffe, die es leider gar nicht so einfach hatten, einen Liegeplatz zu finden. Wir beschlossen, falls nicht anders möglich, morgen eben noch mal auf Milos zu bleiben – ist ja eine tolle Insel. Zum Abendessen sollte es griechische Ofenkartoffeln und kleine Biftekis geben. Das Backblech stand schon fertig auf dem Ofen und musste nur noch hineingeschoben werden. Beim Öffnen des Backofens bedachte Heidrun jedoch nicht, dass sich auf Schiffen ja kardanisch aufgehängte Öfen befinden, die jede Bewegung des Schiffes mitmachen. Sie öffnete also schwungvoll die Ofentür auf und die Kartoffeln landeten ebenso schwungvoll hinter dem Ofen. Dort war es glücklicherweise sehr sauber, so das die Kartoffeln einfach wieder auf das Backblech geschaufelt werden konnten. Doch damit nicht genug. Als die Biftekis fast fertig waren, wollte Rolf die Gasflamme etwas kleiner drehen und - wir wissen nicht wie es geschah - landete auch die Pfanne mit den Biftekis hinter dem Ofen. Wie durch ein Wunder blieben alle in der Pfanne. So konnten wir am Ende doch noch ein leckeres Essen genießen.

Mittwoch, 24.08.05 Milos – Porto Heli
Evi wurde gegen 06.00 Uhr wach und stellte fest, es ist nicht mehr stürmisch. Also weckte sie uns und schon 15 Minuten später befanden wir uns auf dem Weg nach Spetses. Da der Wind aus der falschen Richtung kam, konnten wir fast nur unter Motor fahren. Die Wellen waren so ca. 1,5 – 2 m hoch und es kamen öfter mal ein paar Brecher über Bord. Interessant waren die Delphine, die uns eine kurze Weile begleiteten. Genauso schnell wie sie auftauchten, so schnell waren sie auch wieder verschwunden. Ohne weitere besondere Vorkommnisse erreichten wir gegen 17.30 Uhr den Hafen von Spetses. Ein sehr kleiner Hafen, mit nur wenigen Liegeplätzen für Schiffe mit größerem Tiefgang. Leider hatten wir hier kein Glück mit einem Platz und so entschieden wir uns nach Porto Heli zu fahren, wo wir um 18.30 Uhr anlegten. Bevor man in den eigentlichen Hafen von Porto Heli einfährt, hat man die Möglichkeit in einer den vielen kleinen wunderschönen Buchten zu ankern, in denen Baden einen riesigen Spaß macht. Sollte man im Hafen keinen Platz bekommen, ist es auch kein Problem in diesen hübschen Buchten, die Nacht vor Anker zu verbringen.

Donnerstag, 25.08.05 Porto Heli - Drepanon
Nach einem leckeren Frühstück starteten wir gegen 09.30 Uhr in Richtung Lefka-Beach in der Bucht von Drepanon. Unterwegs versuchten wir Heidrun ein wenig das Steuern beizubringen. Gegen 14.30 Uhr erreichten wir die Bucht von Drepanon und ankerten direkt vor dem dortigen Campingplatz. Dann fuhren wir mit unserem Schlauchboot an den Strand und gingen zur Rezption um unsere Freunde Taki und Yota zu begrüßen. Die Überraschung war gelungen - Taki war sprachlos. Natürlich mussten wir erst einmal ein Begrüßungsbier trinken und erzählen, wo wir so plötzlich herkamen. Am Abend, wir waren gerade wieder am Strand angekommen, weil wir bei Taki schön essen gehen wollten, gab es noch ein kurzes, aber heftiges Gewitter. Das störte uns jedoch überhaupt nicht. Wir feierten unser Wiedersehen bei viel Wein und super Essen weiter.

Freitag, 26.08.05 Drepanon
Heute machten wir mal so einen richtigen Relaxtag. Wir blieben an Bord, gingen ein bisschen in der Bucht schwimmen und sonnten uns an Deck. Uwe fuhr mit Taki zum Friedhof, um das Grab von Kosta zu besuchen, dem früheren Besitzer des Campingplatzes, der leider inzwischen verstorben war. Nachmittags fuhren wir mal kurz nach Vivari, um Wasser nachzutanken. Dort trafen wir Hans, den wir auch schon von früher kannten. Damals betrieb er mit seiner Frau Elke eine Surfschule zwischen Drepanon und Tolo, jetzt hat er ein großes Segelboot und veranstaltet Törns in der Ägäis (
www.delfini.de). Nachdem wir wieder in unserer Bucht angekommen waren, hatten wir gerade wieder unseren Anker ausgeworfen, als es schon wieder anfing, zu gewittern. Diesmal jedoch entwickelte sich das Gewitter zum einem handfesten Unwetter, in einem Ausmaß, das wir so hier noch nie erlebt hatten. Ein Motorboot, das neben uns geankert hatten, wurde auf die Felsen getrieben, weil der Anker sich gelöst hatte. Auch unser Boot trieb langsam auf den Strand zu. Vorsichtshalber  starteten wir die Maschine und holten kurz entschlossen den Anker ein, um gegen das Unwetter anzufahren. Der Regen kam waagerecht und wir waren in nullkommanichts nass bis auf die Haut. Nachdem das Schlimmste vorbei war, bemerkten wir, dass am Strand große Aufregung herrschte. Ein paar Leute sprangen in ihre Boote und steuerten raus in die Bucht. Wir erfuhren, dass eine Frau vermisst wurde. Also beteiligten auch wir uns natürlich an der Suchaktion. Nachdem wir fast eine Stunde lang ständig in sämtliche Richtungen gefahren waren, steuerten wir wieder den Campingplatz an. Hier hörten wir dann, dass alles wieder okay war. Später beim Abendessen erzählte man uns, das es sich nicht um eine Frau, sondern um zwei Jungen, die in einer Nachbarbucht gebadet hatten handelte. Sie waren dann aber wegen des Unwetters zu Fuß über die Straße zurückgegangen. Am Ende waren wir natürlich froh, das nicht schlimmeres passiert ist.

Samstag, 27.08.05 Drepanon
Heute stand Großeinkauf in Nafplion auf unserem Programm. Eigentlich wollten Evi und Heidrun mit dem Taxi von Lefka-Beach in den Lidl fahren. Aber dann entschieden wir uns, mit dem Boot nach Nafplion zu segeln und einzukaufen. Der Törn war wunderschön. Wir starteten gegen 10.30 Uhr und  erreichten Nafplion um ca. 14.00 Uhr. Im hafennahen Supermarkt erledigten wir dann unseren Einkauf und schoben dann zwei gefüllte Einkaufswagen zum Schiff. Um 16.00 Uhr machten wir uns auf den Rückweg und kamen um 19.00 Uhr in der Bucht an. Wenn man Nafplion noch nicht kennt, sollte man hier unbedingt einen oder auch zwei Tage verweilen um sich die tollen Sehenswürdigkeiten anzusehen. Als wir nach der Rückkehr zum Essen gehen wollten, wurden wir schon freudig von einem Jungen begrüßt - Maximilian. Am Morgen war er sehr enttäuscht weil unser Schiff weg war. So war seine Freude um so größer, als er sah, dass wir wieder da waren. Nach dem Essen nahmen wir ihn mit an Bord und erklärten ihm das ganze Schiff. Er war völlig fasziniert am liebsten wäre er mit uns gefahren. Leider hatten seine Eltern etwas dagegen - seine Geschwister wohl eher weniger. So brachte Uwe ihn nach einer Fanta wieder zurück zum Campingplatz. Auf diesem Wege noch einmal ganz herzliche Grüße an Maxi und seine Familie – vielleicht trifft man sich ja mal wieder.

Sonntag, 28.08.05 Drepanon - Hydra
Heute hieß es früh aufstehen, da wir bis abends auf der Insel Hydra sein wollten. Vorher mussten wir allerdings noch mal rüber zum Campingplatz, um Abschied zu nehmen. Wir tranken mit Taki noch einen Kaffee und um 09.30 Uhr starteten wir dann. Den ersten Teil der Strecke segelten wir bei sehr ruhiger See und konstantem Wind von Stärke 3-4. Auf diesem Teil der Strecke konnten wir uns wunderbar auf dem Vordeck sonnen. Nach dem Kurswechsel kam der Wind wieder direkt von vorne und war ziemlich heftig (Stärke 6-7). Wir mussten die Segel einholen und die Maschine starten. Um 17.30 legten wir im wunderschönen Hafen von Hydra, direkt vor einer Taverne, an. Es war der letzte Liegeplatz, alles was nach uns kam, musste in zweiter oder sogar dritter Reihe liegen. Die hübsche Hafenzeile ist echt sehenswert. Den Rest der Insel kann man lediglich zu Fuß oder aber auf einem der zahlreichen Esel besichtigen – es lohnt sich hier einen Stop einzulegen.

Montag, 29.08.05 Hydra - Poros
Insel Poros war an diesem Tag unser nächster Anlaufpunkt. Um 09.45 starteten wir von Hydra bei Windstärke 5 und ganz schön hohen Wellen. Da der Wind für uns aus der falschen Richtung kam, mussten leider schon bald die Segel eingeholt werden. Um 15.30 erreichten wir unser heutiges Ziel. An Poros vorbei, in den hinteren Hafen, zu fahren ist ein wirkliches Erlebnis. Poros ist ebenfalls ein wunderschönes Fleckchen Erde, den man einmal erlebt haben muss. Auch hier im Hafen war der Wind noch sehr stark, so dass unsere Ankerkette nicht hielt. Wir hatten es uns gerade alle bequem gemacht, da mussten wir das Anlegemanöver wiederholen. Dieser Liegeplatz war uns zu unsicher und so fragte Uwe einen Fischer an der Innenmole, ob er sein Fischerboot etwas nach hinten verlegen könne, damit wir dann auch dort seitlich anlegen konnten. Kein Problem, nachdem der Fischer seine Netze sortiert hatte, schob er sein Boot ein paar Meter zurück und wir hatten für die Nacht einen sicheren Liegeplatz. Abends gingen wir noch etwas im Hafen spazieren und holten uns aus einem Internetcafe einen aktuellen Wetterbericht. Es wurde für unser Gebiet Windstärke 6–7 mit steigender Tendenz 7-8 für die nächsten Tage vorher gesagt.

Dienstag, 30.08.05 Poros - Aegina
Aufgrund der Wettervorhersage entschlossen wir uns, die noch geplanten Stationen Epidauros und Angistri auszulassen und so schnell wie möglich wieder in die Nähe von Lavrion, unserer Ausgangsstation zurückzukehren. Also steuerten wir heute die Insel Aegina an. Wir segelten um 10.30 Uhr in Poros bei Windstärke 5–6 los und legten um 14.15 in der Marina von Aegina an. Dort war es schon sehr voll und wir ergatterten einen der letzten Plätze. Nach mehrfachen vergeblichen Versuchen rückwärts in dem engen Hafen anzulegen, versuchten wir es zu guter letzt vorwärts, das auch auf Anhieb klappte. Evi und Heidrun besorgten uns nun erst einmal alles, was zu einem tollen Abendessen in Griechenland gehört und anschließend sonnten wir uns noch etwas in der nachmittags Sonne von Aegina. Nach dem Essen erkundeten wir Aegina bei Nacht. Nebenbei holten wir uns natürlich noch einen aktuellen Wetterbericht ein, der für Donnerstag und Freitag eine weitere Windverstärkung vorhersagte.

Mittwoch, 31.08.05 Aegina – Lavrion
Wir wollten kein Risiko eingehen und beschlossen, heute schon nach Lavrion zurück zu segeln. Wir starteten also nach einem Kaffee bereits um 08.00 Uhr. Der Wind blies mit Stärke 4-5. Das Schiff schob einiges an Lage schaukelte so hin und her, dass Heidrun als Seekranke vorsichtshalber ihre Rettungsweste anlegte (man weiß ja nie, was noch passiert, vielleicht helfen die Pillen gegen Seekrankheit ja doch nicht). Als wir die Inseln hinter uns gelassen hatten und uns auf freiem Wasser befanden, wurde es ruhiger und dann hatten wir auf einmal so gut wie gar keinen Wind mehr. Doch das war nur die Ruhe vor dem Sturm. Der Wind frischte wieder auf und wurde dann so stark, dass wir Schwierigkeiten hatten, die Segel zu bergen. Danach ging es nur noch mit dem Motor weiter, immer gegen die etwa 2 m hohen Wellen. Da das Schiff leider keine Sprayhood hatte, wurden wir alle so nass, als hätten wir gerade ein ausgiebiges Bad genommen. Bei einer Lufttemperatur von 30° haben wir gefroren wie die Schneider und uns einen heißen Grog gewünscht. Gegen 16.00 Uhr legten wir sicher im Hafen von Lavrion an. Abends gingen wir in eine nette Taverne, um richtig griechisch zu schlemmen. Wir wurden, wie es bei den alten Griechen noch Sitte ist, mit in die Küche genommen und konnten uns dort unser Essen aussuchen.

Donnertag, 01.09.05 Lavrion
Nachdem wir gründlich ausgeschlafen hatten, standen wir so gegen 09.15 auf. Beim Frühstück stand unser Programm für den Vormittag schon fest: In Lavrion war Markt und dort wollten wir natürlich hin. Also ließen wir den Abwasch stehen und schlenderten über den Markt. Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis, über einen griechischen Markt zu schlüren. Es gibt eine Vielfalt von Obst- und Gemüseständen, Fisch, Kurzwaren, Klamotten und Schuhe. Wieder zurück auf dem Schiff, aalten wir uns in der Sonne und spannten richtig aus. Am Spätnachmittag wurde es langsam etwas voller im Hafen. Es kamen doch schon einige früher als geplant zurück. Nach dem Abendessen gingen wir noch mal in "unsere" Ouzerie. Der Barkeeper erkannte uns auch sofort wieder und wir "mussten" wieder eine Runde zusätzlich trinken. Nachdem wir ihm versprochen hatten, morgen wieder zu kommen, begaben wir uns zurück aufs Schiff. Dort plauderten wir dann noch bis in die Nacht mit unseren netten Nachbarn Klaus und Corinna aus Bayern. Auf diesem Wege schöne Grüße aus Heepen nach Bayern - nett Euch kennen gelernt zu haben.

Freitag, 02.09.05 Lavrion
Nach dem Ausschlafen beschlossen wir, heute noch etwas mit 2 Rollern die Gegend um Lavrion unsicher zu machen. Rolf und Uwe machten sich also auf den Weg zur Rollervermietung – und kamen ewig nicht wieder. Nach etwa 2 Stunden erschienen sie wieder am Schiff, total erledigt vom langen Fußmarsch mit der Mitteilung, dass es nur eine einzige Vermietung gibt. Die einzigen 2 Roller hatten unsere Schiffsnachbarn aus Bayern gemietet. Na ja, wenigstens hatten sie genug Bier mitgebracht. Irgendwann kamen unsere Nachbarn von ihrem Ausflug zurück und meinten, sie hätten noch so viel Bier, das würden sie zu zweit gar nicht mehr trinken können.... Es wurde noch ein lustiger, feuchter  Spätnachmittag. Danach ging wir Gyros essen und auf einen Ouzo und mehrere Southern Comfort mit Cola zu Nikos. Dann mussten wir uns endgültig von Nikos verabschieden und wir gingen für eine letzte Nacht wieder an Bord.

Samstag, 03.09.05 Lavrion – Athen
Nun hieß es Abschied nehmen. Nach dem Frühstück wurde das Schiff von Alina abgenommen und ohne Mängel zurückgegeben. Wir fuhren mit dem Bus nach Athen, d. h. wir wollten mit dem Bus nach Athen fahren. Jedoch war in Marcopoulo erst mal Endstation. Nach ca. ½ Stunde Wartezeit erfuhren wir dann, dass der nächste Bus nach Athen nicht wie im Fahrplan angegeben fahren würde. sondern erst in ca. 2 Stunden. Also hielten wir ein Taxi an, welches uns dann nach Athen brachte. Dort verbrachten wir noch zwei schöne Tage bei Toula und Vassiliy bevor wir dann am Sonntagabend nach Hause flogen.

Fazit: Ein wunderschöner, lehrreicher Segelurlaub war nun zu Ende. Im Nachhinein hätten wir ruhig noch eine der ausgelassenen Stationen anfahren sollen, denn der Wind hielt sich alles in Allem die letzten Tage in Grenzen. Lavrion selbst hat nicht sehr viel Flair – keine Übernachtungsmöglichkeit wenn man früher ankommt, spät abends keine Taxen, Roller sind ebenfalls sehr rar und schöne Strände sind ebenfalls nicht vorhanden. Wer von hier lossegelt sollte das Schiff möglichst noch am gleichen Tag übernehmen können. Ansonsten sind die Leute der Vermietung sehr nett und hilfsbereit und ein Besuch bei Nicos in seiner Ouzeri ist Pflicht - Euer Heeper-Sailteam

Bilder des Törns

Wir hoffen, dass auch mit diesem Törn-Bericht wieder interessante und lustige Geschichten
liefern konnten und würden uns freuen, wenn ihr diese Seite mal wieder besuchen würdet.

- Uwe -