Korfu - Griechenland vom 30.08. bis zum 10.09.2003
Die Bilder des Törns finden Sie am Ende des Berichts
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1. Tag: Unsere erste Etappe sollte uns nach Petriti an der Südspitze Korfus führen. Uns wurde gesagt, dass diese Strecke, etwa 19 Seemeilen, gut zu schaffen ist. Gesagt getan – wir legten ab und fuhren unter Maschine aus dem Hafen. Leider ließ uns der Wind im Stich und wir setzten erst gegen 17.30 Uhr das erste Mal die Segel – es sollte schließlich ein Segeltörn sein. Dies gelang uns leider nur knapp eine Stunde, weil der Wind gegen 18.45 Uhr dann völlig ausblieb. Wir bargen enttäuscht die Segel und fuhren unter Motor weiter. So langsam aber sicher ging der knallrote Sonnenball hinter den Bergen Korfus unter und es wurde zunehmend dunkler – und das gleich am ersten Tag – fast schon zu aufregend für eine recht unerfahrene Crew möchte ich sagen. Endlich gegen 20.30 Uhr sahen wir in der Ferne die schlecht beleuchtete Hafeneinfahrt von Petriti. Wir bewegten uns vorsichtig darauf zu, um nicht gleich am ersten Tag einen Schaden zu verursachen. Im Hafen angekommen sahen wir uns zunächst die Begebenheiten an, um festzustellen, wie in diesem Hafen angelegt wird: rückwärts, am Bug mit Anker und achtern mit zwei Halteleinen am Kai – das hatten wir ja noch nie gemacht und dann auch noch in der halben Nacht. Na ja, nach dem dritten Versuch, und mit freundlicher Hilfe anderer Segler, hat es dann auch endlich geklappt. Alle an Bord waren froh, dass alles ohne Verluste funktioniert hat. Jetzt gab es erst einmal das wohlverdiente "Anlegebier", bei dem es an diesem Abend natürlich nicht bleiben sollte. Nach einer Weile erfuhren wir, das es in dem Hafen viele Ratten geben soll, die wir dann auch prompt zu Gesicht bekamen. Wir wussten nun auch, warum keine Bretter von den Schiffen zum Kai auslagen und auf die Taue aufgeschnittene und fächerartig aufgebogene Wasserflaschen oder Bierdosen aufgeschoben waren. Eine tolle Idee, wenn man keine professionellen Rattensperren an Bord hat. An diesem ersten Tag haben wir gleich sehr viel gelernt und alle wurden langsam müde – ein trotz viel Hektik schöner erster Bootstag ging zu Ende. Es sollte noch erwähnt werden, dass der kleine Fischerort Petriti nicht sehr sehenswert, aber für weitere Törnabschnitte sehr gut gelegen ist. 2. Tag: Der Tag begann, wie der vorherige aufhörte; tolles sonniges Wetter, blaues Wasser – aber wieder kaum Wind. Gegen 11.00 Uhr verließen wir Petriti in Richtung Lakka. Lakka liegt auf der kleinen Insel Paxos, südlich von Korfu und ist ein wunderschöner Naturhafen, in dem man ausschließlich vor Anker liegen kann. Zunächst fuhren wir aufgrund der bereits erwähnten Windverhältnisse knapp drei Stunden unter Motor. Dann endlich gegen 14.00 Uhr frischte der Wind auf und wir konnten den Rest der zweiten Etappe unter Segel bestreiten. Herrlich, wie schön ruhig es ohne Motor auf einem Segler ist , das ist Erholung pur. Wenn man die Augen aufhält kann man hin und wieder auch ein paar fliegende Fische beobachten. Gegen 17.00, nach ca. 18 Seemeilen, erreichten wir Lakka. Eine traumhafte Bucht wie aus dem Bilderbuch. Hier hatten wir dann auch schon wieder ein neues Problem – der Anker hielt nicht so, wie wir es wollten. Langsam aber sicher trieben wir rückwärts Richtung Land. Erst nach dem dritten Versuch war der Anker dann endlich fest. Das Problem war die zu kurz herabgelassene Kette. Wir hatten ja schließlich gelernt, dass man die 3-fache Tiefe an Kette gibt. Aber alles was man gelernt hat, muss nicht immer und überall stimmen. Bei dem sandigen Boden hier sollte es mindestens die 5-fache Tiefe sein, dann klappt das Ankermanöver auch beim ersten Mal. Hier in Lakka kam dann auch zum ersten Mal das mitgeführte Dingi zum Einsatz. Um den Ort zu erkunden, mussten wir damit an Land paddeln. Lakka ist auch eine hübscher kleine Hafenort, in dem man in verschiedenen Bars nett sitzen und den Abend bei einem Cocktail (oder auch zwei) mit guter Musik ausklingen lassen kann. 3. Tag: Diesen Tag möchte ich von meinem Sohn beschreiben lassen, da er ebenfalls anfangs ein Reisebuch führte. Seinen Bericht habe ich inhaltlich nicht verändert - er ist zum Schiessen: # HI Notebook, es ist der 01.09.03 22:21 Uhr. Heute war ein hamma Tag !!! Als wir heute morgen aus dem Hafen von Lakka heraus gefahren sind und ein bisschen auf offenem Meer waren hatten wir Wellen die bis zu 6 Metern groß waren (HALT – Einwand - ist ein wenig übertrieben, denn ich schätzte sie auf etwa 3 Meter)!!! Bei diesem Seegang musste einer natürlich die Fische füttern, auf deutsch gesagt: einer musste kotzen!!! Und wer war es natürlich: Heidrun. Sie hat es geschafft bestimmt einen halben Meter über die Reling zu kotzen, das sah aus wie in dem einem Ballermann Film!!! Voll ekelig!!! Ihhhhhhhhhhhhhhh!!! Aber jetzt mal zu unserer Route heute. Wir sind von Lakka in eine kleine Bucht gefahren. Dort haben wir uns so ca. 1 ½ Stunden zum Sonnen und Baden aufgehalten. Von da aus sind wir dann in den Hafen von Gaios eingelaufen. Als wir dort ankamen war es ca. 14:55 Uhr, also ich schreibe die Zeiten ja nach der deutschen Zeit!!! In Griechenland ist es ja eine Stunde später!!! Also eine Stunde auf die deutsche Zeit drauf rechnen. Wir waren heute Abend schön in einem griechischen Restaurant essen. Es war übelst teuer, weil wir an der Küste saßen und den Seeblick mit bezahlen mussten. Jetzt gehe ich in mein Koje um ein bisschen Schlaf zu bekommen. Es war ein schöner Tag auf dem Wasser. So, das war es für heute, ich schreibe dir morgen wieder!!! CIAO Jan # Nun noch ein paar Sätze von mir: Der Reisetag war nicht sehr lang. Es waren lediglich fünf Meilen, die wir heute zurückgelegt haben. Vier dieser fünf Meilen fuhren wir auch heute wieder unter Motor, da es leider erneut keinen Wind gab. Gaios auf Paxos ist ebenfalls ein schönes Fleckchen Erde. Man fährt durch einen langen "Kanal" und muss sich hier einen Liegeplatz suchen – bleiben Sie nicht gleich am Anfang des Kanals, sondern fahren Sie mindestens noch um die erste Biegung backbord, denn da beginnt der schöne Teil.. Das Anlegen erfolgt wie in Petriti – Buganker auslegen und rückwärts an die Kaimauer fahren. Auch hier klappte unser Anlegemanöver erst beim dritten Mal, da uns immer noch die Erfahrung und Routine fehlte. Mit etwas Glück findet man einen ruhigen Anlegeplatz, aber fast überall sind direkt auf der anderen Straßenseite der ca. drei Meter breiten Straße kleine Cafes oder Bars, in denen in die Nacht hinein, Musik gespielt wird. Trotzdem sollte man sich diesen Ort nicht entgehen lassen. Eine Nacht dieser Art steht man im Urlaub locker durch. 4. Tag: Für heute hatten wir uns eine Umrundung der kleinen Insel Paxos vorgenommen. Nach einem guten Frühstück legten wir gegen 10.30 Uhr ab. Wie die Tage zuvor konnten wir die ersten zwei Meilen wieder nur unter Motor Fahrt machen. Dann aber war es ein wunderschöner Reisetag rund um die Insel Paxos. Das Wetter war ganz hervorragend und wir alle aalten uns in der Sonne und genossen die Ruhe. Endlich konnten wir auch einmal mehr als 8 Knoten auf der Logge bestaunen – und das unter Segeln. Unser Ziel für den Nachmittag war erneut der Naturhafen Lakka, den wir gegen 15.30 Uhr erreichten. Das Ankermanöver klappte dieses Mal auf Anhieb. Wir badeten noch in dem klaren "Südseewasser" der Bucht und ließen uns auf Deck die Nachmittagssonne auf den Pelz scheinen. Bei Wein, Bier, einem selbst zubereiteten Abendessen und einem leckeren griechischem Salat ließen wir diesen schönen Tag ausklingen. 5. Tag: Natürlich sollte auch ein Abstecher zum Festland in unserem Programm einen Platz finden. Wir entschieden uns für Parga und setzten uns in Bewegung. Der Wind stand günstig, so dass knapp zehn der insgesamt 16 Meilen gesegelt werden konnte. Wir haben unsere Entscheidung, hierher zu fahren, nicht bereut. Parga ist ein wunderbarer Hafenort, den Sie nicht verpassen sollten. Hier macht das Stöbern nach dem ein oder anderen Souvenir richtig Spaß. Schöne Restaurants und Bars sind auch genügend vorhanden. Am Abend sieht das Städtchen unglaublich malerisch aus. Der Yachthafen liegt etwas ausserhalb und heisst Ormos Valtou. Das Anlegen erfolgt wie gehabt – Buganker, mit dem Heck an die Steinaufschüttung heranfahren und mit zwei Heckleinen an den Ringen der dahinterliegenden Kaimauer festmachen. Den Ort Parga kann man auf zwei Möglichkeiten erreichen. Entweder mit dem Dingi an den Strand fahren und zu Fuß gehen oder die schönere zweite Variante: Lassen Sie sich mit einem der zahlreichen Taxiboote, die hier sehr preiswert waren, nach Parga fahren. Für den bezahlten Preis werden Sie dann auch zu einer festgelegten Zeit wieder zurück zu Ihrem Schiff gefahren. Ein wieder rundum schöner Tag mit einem interessanten Abend. 6. Tag: Da uns Parga so gut gefiel, blieben wir auch an diesem Tag noch hier. Wir fuhren vier Stunden raus, um auf dem offenen Meer unsere Segelkenntnisse zu verbessern. Gegen 15.30 Uhr legten wir wieder im Hafen von Ormos Valtou an. Das selbst zubereitete Essen schmeckte allen sehr gut und anschließend fuhren wir erneut mit dem Taxiboot nach Parga Stadt, um in diesem schönen Hafenstädtchen noch einen weiteren netten Abend zu verbringen. 7. Tag: Segeln hatten wir inzwischen in den Hintergrund gestellt, da der Wind auf diesem Törn nicht unser Freund wurde. An diesem Tag legten wir gegen 11.00 Uhr ab um den Hafen von Sivota, ebenfalls Festland, anzulaufen. Hiermit begann auch unsere Rückfahrt nach Gouvia-Korfu. Wir brachten es an diesem Tag dann doch noch auf 8 Segelmeilen von insgesamt 18. Gegen 13.00 Uhr erreichten wir eine nette Bucht, in der wir Halt machten um ein wenig schwimmen zu gehen. Leider wurde unser Drang nach Baden ein wenig durch die vielen umherschwimmenden Quallen gebremst. Aber das tolle blau/grüne Wasser konnte uns dann doch nicht so ganz abhalten. Um 17.15 Uhr erreichten wir Sivota. Hier wurde ein neuer, kleiner Yachthafen gebaut, der gut geschützt ist. Es wird längs zur Kaimauer angelegt. Aber Achtung: Die Kaimauer hat etwas oberhalb der Wasserlinie einen ca. 25 cm Vorsprung. Beim Anlegen unbedingt darauf achten, um sich das Schiff nicht kaputt zu fahren. Abfendern sollte man hier mit 2 Fendern, davor ein Brett legen und dann nochmals 2 Fender ausbringen. Das Schiff liegt dann sicher und "unfallfrei". Sivota ist ein kleiner Ort, mit einigen Restaurants und Bars direkt am Hafen,. Abends ist die Hafenzeile malerisch beleuchtet und lädt zum bummeln ein. Dies gilt allerdings nur für die Hafenzeile selbst, der Rest des Ortes ist nicht unbedingt sehenswert. 8. Tag: Endlich mal ein Tag mit wenigstens ein wenig Wind. 75 Prozent der heutigen 14 Seemeilen können unter Segel gefahren werden. Wir begeben uns auf den Weg zurück nach Korfu. Unser Zwischenstop heißt erneut Petriti an der Südspitze der Insel. Die Fahrt über das offene Wasser war ruhig und entspannend. In den 8 Tagen auf dem Wasser lernten wir eine Menge dazu und wurden zunehmend sicherer. Petriti erreichten wir gegen 16.15 Uhr. Wir dachten natürlich auch an die Rattensperren, die hier wie bereits erwähnt, nicht vergessen werden sollten. 9. Tag: Da wir das Schiff für 12 Tage gechartert hatten, überlegten wir uns noch ein Stück in den Norden Korfus zu segeln. Als Zwischenstop sollte unser nächster Anlaufpunkt unser Ausgangshafen Gouvia sein. Hier wollten wir dann auch mal nach unseren Autos sehen und neuen Proviant im Supermarkt bunkern. Unsere Fahrt führte uns am alten Korfu vorbei. Dabei querten und überholten uns einige riesige Fährschiffe, die enorme Wellen verursachten. Gegen 15.45 Uhr erreichten wir Gouvia. Im Hafen war soweit alles in Ordnung – die Autos standen da, wo wir sie abgestellt hatten und es war auch noch Alles dran und drin. Am Nachmittag machten wir noch einen schönen Spaziergang durch die Marina und sahen uns die vielen schicken Segelyachten an, die dort lagen. Unsere Kinder fanden einen kleinen Hund, etwa 3 Monate alt, der ihnen auf Schritt und Tritt folgte. Er wurde für die folgenden Tage unser 7. Crew-Mitglied. Nun ist er hier in Deutschland, wohnt bei uns und fühlt sich sau wohl. Für den Abend suchten wir uns eine nette kleine Taverne, in der wir uns das griechische Essen schmecken ließen. Leider wurde in der Nacht das Wetter sehr ungemütlich. Regen, Sturm und Gewitter peitschten über uns hinweg. Wir hofften natürlich, dass es am nächsten Tag wieder besser wird und wir unseren Törn fortsetzten könnten. 10. bis 12. Tag: Weit gefehlt - die nächsten 2 Tage waren genauso mies wie die Nacht zuvor. Regen, Sturm und Gewitter. Heute (10. Tag) wurde gar nichts aus Segeln und wir mussten einen kompletten Hafentag einlegen – war natürlich recht langweilig wie man sich denken kann. Man riet uns für den nächsten Tag ab, weitere Touren zu unternehmen, da es auf dem Meer sehr gefährlich werden kann. Wir befolgten selbstverständlich diesen Rat und fuhren an unserem vorletzten Tag nur noch einmal kurz aus dem Hafen und segelten ca. 3 Stunden unmittelbar in Hafennähe, denn auch für diesen Tag war noch Sturmwarnung gemeldet. Während unserer Zwangspause lernten wir ein sehr nettes englisches Ehepaar kennen, die mit einer 24 Fuß Yacht einen ähnlichen Törn abgefahren sind. Sie sind allerdings von dem schlechten Wetter, 2 Tage zuvor, in Petriti überrascht worden und mussten eine komplette Nacht am Anleger den Motor vorwärts mitlaufen lassen, um nicht Gefahr zu laufen, auf die Kaimauer gedrückt zu werden. Am letzten Tag unseres Korfu-Urlaubes musste natürlich noch ausgecheckt, das Schiff gereinigt und abgerechnet werden. Skipper Uwe |
Fazit: Es waren sehr schöne Tage auf See, wir haben viel dazu gelernt und es werden ganz sicher weitere Törns folgen. Für 2004 haben wir bereits einen einwöchigen Törn in der dänischen Ostsee geplant. Mal sehen ob es uns gelingt ein erschwingliches Schiff zu chartern.
Ich hoffe, euch hat dieser Törn-Bericht gefallen - Skipper Uwe