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Samstag,
10.10.2009
Heute Morgen sind wir mit ca. 30 Minuten Verspätung in Bielefeld
abgefahren. Die Fahrt war bis zum Ziel Aabenraa entspannt und trocken. Wir
luden die Klamotten aus und Ralf Hü fuhr mit Michael in Damir`s Auto zum
Einkaufen in den Fördepark Flensburg. Ralf`s Auto konnten wir nicht
nutzen, da der Parkplatz in Aabenraa durch einen Anhänger versperrt
wurde. Um ca. 13 Uhr haben wir dann Richtung Sonderborg abgelegt. Es war
weiterhin trocken, aber trotzdem ungemütlich und kalt. Später fing es an
leicht zu nieseln und die kleinen Regentropfen pieksten wie Nadelstiche im
Gesicht. Vor der Klappbrücke in Sonderborg mussten wir fast eine halbe
Stunde warten. Weil wir Zeit hatten, holte Rolf noch einmal die Angel
heraus und fing tatsächlich einen kleineren Dorsch, dem wir allerdings
die Freiheit wiedergaben. Die Brücke öffnete pünktlich und wir legten
ohne Probleme gegen ca. 18 Uhr im Yachthafen an. Zum Abendessen gab es
Kartoffelsalat mit Frikadellen und Eiern und um 22.30 Uhr ging dann der
erste sehr lange, aber schöne Segeltag zuende.
Sonntag,
11.10.2009
8 Uhr, das Thermometer zeigt 10,2 Grad. Es fühlte sich allerdings nicht
so kalt an, da es noch absolut windstill war. Um 10 Uhr sind dann alle
soweit um ein reichhaltiges Frühstück einzunehmen. Nach dem Frühstück
machten wir uns auf Richtung Flensburg, wo wir am Abend Ralf Ha aufnehmen
wollten. Den ganzen Abschnitt über hatten wir gutes Wetter und eine
ruhige See. Sogar die Sonne schaute zwischendurch mal vorbei und eine
Schule Schweinswale, bestehend aus ca. 5 Tieren, begleitete uns
zwischenzeitlich auch. Um 17.30 Uhr liefen wir im Stadthafen Flensburg ein
und machten rechtzeitig vor dem großen Regen fest. Ralf Ha kam gegen 19
Uhr an und Ralf Hü zauberte ein tolles Essen: Geschnetzeltes an
Champinons mit Zwiebeln und Sahne. Anschließend hatten wir noch reichlich
Gesprächsstoff. Gegen 24 Uhr holten wir uns alle die wohlverdiente Mütze
Schlaf.
Montag,
12.10.2009
Um 8 Uhr sind 4 von unserer 5-er Crew bereits aufgestanden. Es war
verdammt kalt – 7 Grad zeigte das Thermometer und es gab jetzt bereits
viel Wind. Zum Glück ist es nur leicht bewölkt und trocken. Um 10 Uhr
war es dann völlig klar, strahlender Sonnenschein und sehr windig. Die
Temperatur stieg mal gerade auf 8,3 Grad. Der Wind von Beaufort 5 in Böen
6 brachte uns unserem Ziel Kappeln schnell näher. Um 11:15 Uhr war plötzlich
die Zusatzbatterie leer – keiner konnte sich so richtig einen Reim
darauf machen. Die einzige Erklärung dafür war, dass der Kühlschrank
noch 2 Stunden mitgelaufen ist. Ab 15:45 Uhr fuhren wir dann einen
ziemlich ungünstigen Kurs – die Wellen kamen irgendwie von allen
Seiten. Na ja, auch das haben wir gemeistert. Als wir uns Schleimünde näherten,
sahen wir ein havariertes Schiff auf den Steinen liegen. Der Jollenkreuzer
muss wohl ein paar Tage zuvor in der rauen See durch den Wind darauf
getrieben worden sein. Um ca. 18:20 Uhr legten wir in Kappeln an. Zum
Abendbrot gingen wir in die urige Gaststätte, die wir bereits im letzten
Jahr schon gefunden hatten und diesmal vernaschten wir - außer Rolf, der
ja kein Fleisch isst – eine Riesenportion Spare Ribs mit Knobibaguette.
Lecker war`s und wir können diese urige Kneipe mit Namen Bierakademie
jederzeit weiterempfehlen.
Dienstag,
13.10.2009
Es ist trocken, wie immer in diesem Jahr liegt die Temperatur bei ca. 10
Grad oder darunter. Um 11:15 Uhr prüften wir das Schiff und machten uns
auf Richtung Faaborg. Das Wetter war sonnig aber der Wind, der jetzt
bereits mit 4-5 blies, war ein eisiger Nordwind. Das Ablegen hat super
geklappt, ohne Hektik und ganz ruhig. Unterwegs entschieden wir uns
aufgrund der Windverhältnisse nicht nach Faaborg, sondern nach Bagenkop
zu segeln. Wir refften die Fock weil der Wind auffrischte. Mittlerweile
hatten wir Windstärke 5 in Böen 6 aus N / NO und vor uns zog gegen 14:30
Uhr eine Schlechtwetterfront auf. Wir hatten Glück, sie zog vor uns her
und verschwand genau so schnell, wie sie gekommen war. Gott sei Dank, wir
hatten schließlich noch ca. 10 Meilen zu bewältigen. Die See war sehr
kabbelig und die Wellen hatten eine Höhe von bis zu 1,50 Meter. Eine
Wolke meinte allerdings doch ihre Schleusen für 3-4 Minuten über uns öffnen
zu müssen. Sie ließ zunächst ein paar Regentropfen und dann noch ein
paar Hagelkörner auf uns herab – na ja, wenn’s weiter nichts! Um 16:15 Uhr starteten wir dann die Maschine um in den Hafen von Bagenkop
einzulaufen. Nach 28,5 Meilen legten wir um 16:30 Uhr in dem malerischen
Hafen Bagenkop an. Das Wetter war wieder richtig toll, nur hätten
wir gegen 10 Grad mehr sicher nichts gehabt. Am Abend gab es dann
Bratkartoffeln mit kleinen Hackbällchen und einem Tomate/Mozarella Salat.
Dann genossen wir noch die tolle Aussicht und den Sonnenuntergang vom
kleinen Turm, vor dem wir festgemacht hatten. Ein schöner Tag ging zuende
und alle waren satt, zufrieden und müde.
Mittwoch,
14.10.2009
8 Uhr – Sonnenschein pur, es sind lediglich ein paar kleiner Wolken am
Himmel zu sehen. Es war wie immer sehr kühl – nur 10 Grad – und im
kalten Wind fühlte es sich schon fast nach Minustemperaturen an. Nach dem
Duschen ging ich noch einmal auf den Turm und machte noch ein paar Fotos.
Wer weiß, ob ich hier noch einmal hinkomme. Um 10:45 Uhr legten wir dann
ab. Eigentlich sollte es heute dann nach Faaborg gehen aber der Wind
wollte es auch heute einfach nicht zulassen. Da wir zum Segeln und nicht
zum Motoren hergekommen sind, entschieden wir uns den Rückweg doch wieder
über Sonderborg anzutreten. Mit gereffter Fock, gutem Segelwetter und
Wind von 5 – 6 Beaufort machten wir bis zu 7 Knoten Fahrt durch`s
Wasser. Um 17:15 Uhr legten wir in Sonderborg an. Das Wasser stand schon
recht hoch im Hafenbecken – genau das Gegenteil vom letzten Jahr, wo ca.
1 Meter Wasser im Hafen fehlte. Mal sehen, was in der Nacht noch so kommt.
Zu Essen gab es am Abend Leberkäsestreifen an Lauchcreme mit Kartoffeln
oder Reis und geräuchertem Lachs. Da ich kein Leberkäse-Fan bin, hielt
ich mich an die Sauce, die echt lecker war und den Räucherlachs – guten
Appetit!
Donnerstag,
15.10.2009
8 Uhr, die Nacht ist wieder mal zuende und ein neuer Tag beginnt. Oh ha,
der Wasserspiegel ist noch einmal enorm gestiegen. Der Steg stand unter
Wasser und der Gang zur Dusche brachte nasse Füße. Als Rolf und ich von
der Dusche zurückkamen, war das Wasser bereits vom Steg verschwunden. Das
Wetter war wie eigentlich alle Tage zuvor einfach nur genial. 11 Grad um
10 Uhr und um 11:45 Uhr legten wir ohne Probleme in Sonderborg ab. Wir
kamen sogar ziemlich passend an der Brücke an, die um 12 Uhr öffnete.
Eigentlich wollten wir ja nach Augustenborg, entschieden uns dann aber
unterwegs nach Kalvö zu segeln. Das taten wir lediglich, weil für den
morgigen Freitag Starkwind für den späteren Nachmittag vorausgesagt
wurde. Um 16:30 Uhr hing ein Hornhecht am Heck unserer O´ nass is. Ralf Hü
rief uns, der ihn am Heck entdeckt hatte. Bis jetzt weiß ich nicht, wieso
der da hing. Als ich ihn greifen wollten, tauchte er kurz vorher ab –
komische Sache. Ich versuchte noch einmal mein Angelglück, was aber nicht
eintrat und um 17:45 Uhr legten wir nach einem tollen Segeltag mit viel
Sonne und Wind in Kalvö vor dem Molenkopf an. Heute gab es Nudeln mit
Geschnetzeltem in Cremefrech und dazu einen Bauernsalat. Um 22:30 Uhr habe
ich noch einmal rausgeschaut. Der Wasserspiegel ist seit unserem Anlegen
bereits um ca. 30 cm gefallen. Bin mal gespannt, wie es morgen früh
aussieht. – Gute Nacht alle zusammen.
Freitag,
16.10.2009
Es ist 10 vor 9, wir haben es nicht eilig, da es bis Aabenraa gerade mal
ca. 11 Meilen sind. Ich bin gegen 6:45 Uhr bereits einmal wach gewesen.
Das Wetter hat sich deutlich verschlechtert. Es regnet leicht, der
Wasserspiegel ist seit unserem Anlegen um mehr als 50 cm gefallen. Der
Wind bläst kräftig aus W bis NW mit Böen von 6-7 und die Temperatur
liegt bei ca. 11 Grad. Auf Grund des doch sehr starken Windes, entschieden
wir uns zu warten, Ralf Ha holte eine DVD heraus und wir schauten auf
Rolf`s Notebook erst mal ein Filmchen. Dann um 14 Uhr legten wir doch ab,
der Wind hatte scheinbar etwas nachgelassen. Aber nur scheinbar, denn als
wir aus der Landabdeckung der
kleinen Insel Barsö kamen,
blies es dann doch wieder sehr heftig und wir hatten mit Wellen bis zu 3
Metern zu kämpfen. Ein ziemlich unruhiger Törnabschnitt lag vor uns. In
den Wellen vor dem Schiff tauchten kurzzeitig 3 Schweinswale auf und außer
ihnen und uns, war bei diesen widrigen Verhältnissen nur noch ein kleines
Angelboot unterwegs. Erst die Landabdeckung im Aabenraa Fjord ließ die
See wieder ruhiger werden – ich denke, wir alle an Bord waren froh darüber.
Mit dem schlechtesten Anlegemanöver des Törns, beendeten wir diese, bis
auf den letzten Tag, sehr schöne Segelwoche um 16:30 Uhr. Als wir
anlegten, tauchte auch wieder unser Hornhecht – diesmal seitlich am
Schiff - auf. Vermutlich haben wir auf der Strecke von Sonderborg nach Kalvö
ein herrenloses, abgerissenes Stück Angelschnur mit dem Kiel
aufgesammelt. Ich bin gespannt, ob Damir uns berichtet, was es tatsächlich
mit diesem Fisch auf sich hatte. Der Tag war noch lang, denn gegen 20 Uhr
kamen Renate und Damir noch an Bord. Es wurden noch einige Bierchen und
reichlich Portwein getrunken. Gegen 2 Uhr haben wir dann den letzten, sehr
netten Abend des diesjährigen Törns beendet.
Samstag,
17.10.2009
Um 9:30 Uhr war die Nacht zuende und nach dem letzten Frühstück an Bord
der O`nass is packten wir unsere Sachen und machten das Schiff soweit
klar. Wir tankten zusammen mit Damir das Schiff wieder voll und legten ein
weiteres seiner Schiffe noch mit dem Heck an den Steg. So ist es
wesendlich einfacher das Schiff zu be- und entladen. Um 13:30 Uhr war
diese schöne Segelwoche dann entgültig beendet und wir machten uns auf
den Heimweg.
Fazit:
Natürlich haben wir auch auf diesem Törn wieder eine Menge dazu gelernt.
Wichtig ist es, dass wir das Schiff wieder sicher und heile zurück
gebracht haben. Außer 2 Gläsern, die Rolf wohl nicht so schön fand und
eine Schlaufe am Lazy-Jack ist an Bord alles in Ordnung. Ich hoffe, es hat
euch gefallen den Bericht zu lesen und freue auf ein Nächstes Mal ...
Euer
Skipper Uwe
Die
gesamte Crew wünscht euch allen immer
eine Handbreite Wasser unter dem Kiel
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